Rücksichtslose Verkehrspolitik

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Donnerstag, den 14. Dezember 2017 um 12:14 Uhr

Stadt Linz versucht Auhof und Katzbach auf Kosten von Steyregg vom Verkehr zu entlasten

Steyregg, 14.12.2017: Ein Paradebeispiel für rücksichtslose Verkehrspolitik auf Kosten der Nachbarn liefern derzeit Stadt Linz, Land Oberösterreich und ASFINAG in ihren Plänen zur Errichtung eines neuen Autobahnanschlusses im Linzer Stadtteil Auhof. Dort soll nämlich nicht nur ein neuer Autobahnanschluss errichtet werden, der "vorerst" nur als Halbanschluss ausgeführt werden soll, also mit Rampen von und in Richtung des Linzer Stadtzentrums. Zusätzlich soll eine neue leistungsfähige Verbindungsstraße zwischen der Altenberger Straße sowie der Prager Bundesstraße (B125) dafür sorgen, dass in Zukunft jeglicher Durchzugsverkehr aus dem Linzer Stadtteil Auhof herausgehalten wird. Die prognostizierte Verkehrsbelastung auf dieser Verbindungsstraße beträgt mehr als 16.000 Fahrzeuge an Werktagen.

 

Da die A7 Mühlkreisautobahn in den Morgen- und Abendstunden heute schon regelmäßig verstopft ist, kann nicht erwartet werden, daß der Verkehr auf dieser neuen Verbindungsstraße nur die Autobahn belasten wird. Klar ist vielmehr jetzt schon, daß ein guter Teil dieser Verkehrsströme auf Ausweichrouten, also über Bundes- und Landesstraßen abgeleitet werden soll. Und damit unmittelbar auch durch die Ortschaft Plesching auf Steyregger Gemeindegebiet geleitet wird, die jetzt bereits unter der hohen Verkehrsbelastung leidet. Schall- und Feinstaubmessungen haben bereits 2008-2010 aufgezeigt, daß die Grenzwerte für Lärm und Feinstaubbelastung in der Ortschaft deutlich überschritten werden. Dennoch hat das Land Oberösterreich nicht im Geringsten auf diese Erkenntnisse reagiert, obwohl es dazu eigentlich rechtlich verpflichtet wäre.

Aus dem Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren zum neuen Autobahnhalbanschluss wude die Gemeinde Steyregg demnach auch tunlichst herausgehalten. Fraglich ist auch, warum in den Verkehrsuntersuchungen zu dem UVP Verfahren nicht im Geringsten auf die Gemeinde Steyregg eingegangen wurde - das Gemeindegebiet von Steyregg wurde sogar aus dem Untersuchungsraum ausgegrenzt. Offensichtlich wurde weiters, dass die Verkehrsprognosen für den Autobahnhalbanschluss völlig falsch sind. Denn die Gemeinde Steyregg betreibt gemeinsam mit dem Verein Plesching will Leben bereits seit 2010 eine Dauerzählstation für Verkehr in Plesching. Und die von den Verkehrsplanern angegebenen Verkehrszahlen decken sich rein überhaupt nicht mit der tatsächlich gemessenen Verkehrsfrequenz in Plesching.

Diese Vorgehensweise lässt Zweifel in Bezug auf die Zuverlässigkeit der Entscheidungsgrundlagen zum durchgeführten UVP Verfahren groß werden. Vielmehr entsteht dadurch der Eindruck, daß durch die Ausgrenzung der betroffenen Nachbarn sowie der Gemeinde Steyregg in dem UVP Verfahren eine Genehmigung "durch die Hintertüre" ermöglicht werden sollte. Offensichtlich will man damit eine Ausweichroute für den Dauer-Stau auf der A7 zur Steyregger Gemeindegebiet schaffen, ohne dabei auch nur im Geringsten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung der Gemeinde Steyregg Rücksicht zu nehmen.

Die Steyregger Bevölkerung wird sich eine solche Vorgehensweise nicht gefallen lassen, und alles daran setzen, daß auch sie in die Ausbaupläne von Stadt, Land und ASFINAG eingebunden wird. Denn es kann im 21. Jahrhundert nicht sein, daß zugunsten der Vorteile der politisch mächtigen Stadt Linz und ihrer Bewohner einfach über Plesching und Windegg - im wahrsten Sinne des Wortes - "drübergefahren wird". Es ist das Recht der Pleschinger, daß auch geprüft wird, wie sich die Straßenbauvorhaben von Stadt, Linz und ASFINAG auf die Bevölkerung des Steyregger Ortsteils Plesching auswirken wird.

 

Anlagen:
 Untersuchungsraum_Verkehr.pdf[Untersuchungsraum der Verkehrsuntersuchungen - ohne Steyregg]5087 Kb